Opa Harry meint:


Heute seine Meinung zum Thema Großwildjagd.


Da muss der Doktor ran!

  

 Fast täglich liest man mit Abscheu und Erstaunen von Menschen, die mit Freu(n)den Großwild jagen, nur des finanziellen Profits wegen. Die Boulevardpresse zerreißt sich fast vor "Mitleid" mit den Tieren, aber seltsamerweise nur dann, wenn der Jäger zu Schaden kommt. Fällt ein Elefant auf den Jäger und macht ihn platt, dass man ihn faxen könnte, ist die Schlagzeile gleich doppelt so groß. Ansonsten schwenkt sie aber sofort auf die perverse Logik der Jäger ein, warum "das so sein muss" ! Das ist mindestens genau so abartig !

  Man sollte diesen Großwildjägern das Jagen nicht ganz verbieten, aber nur unter strengen Auflagen erlauben, wie z.B.: Es dürfen außer den "natürlichen körpereigenen Werkzeugen" wie Arme, Hände, Beine, Füße und Mund inkl. Zähnen keine anderen Hilfsmittel eingesetzt werden, die Tiere haben sie schließlich auch nicht. Männer dürfen bei der Jagd auf Elefanten statt des Rüssels ihren eigenen "Rüssel" einsetzen. Immerhin besteht dann die Möglichkeit, dass sich der Elefant tot lacht. Raubkatzen kann man gerne das 10.000.- €- Gebiss zeigen, evtl. mit dem gleichen Erfolg. Den Anfang dürfen natürlich die Protagonisten der Branche und die Waffenlobbyisten machen, höchstpersönlich, bitte.

   Ich wäre einmal gespannt, ob diese Pseudogötter es dann immer noch erhebend finden, wenn man zusehen kann, wie einem Lebewesen das "Licht bricht", nur, weil sie es so wollten. Ein fröhliches, stolzes "Halali !" dürfte einem schwer fallen, wenn der Löwe einen mit dem Zeigefinger heran winkt, frech grinsend nach dem Motto: "komm doch einmal ein wenig näher - sei nicht so schüchtern, Krone der Schöpfung..."

  Es gibt kaum eine Hobbyisten-Spezies, die so hartnäckig und abstrus ihre irren Argumente verteidigt, als würden Idiotien durch Wiederholung zur Weisheit. Die Lust am Jagen ist kein harmloses Vergnügen, sie ist einfach nur pervers, wenn sie das Ziel hat, zu töten. Jagen selbst ist ein natürlicher Trieb, dem man nachgeben kann, man kann dem Geld nachjagen, schönen Frauen, einem Ball, alles in Ordnung. Aber sobald Lebewesen ins Spiel kommen, die am Ende tot sein sollen, ist die Psychiatrie gefragt. Denn dieser Drang dient nur zur Befriedigung von Gelüsten als Ausgleich für seelische Defizite, zur Verdrängung von eigenen Minderwertigkeitskomplexen. Da muss der Doktor ran!

Kurz: Großwildjäger halte ich für so wichtig wie Fallschirme im U-Boot.

Denkt mal an Opa Harry´s Worte, wenn die Presse wieder das Halali* bläst.


* aus dem franz. Jagdsprachgebrauch: Zuruf an die Hunde:
hal à luy, das heißt Hetz auf ihn (den Hirsch) – hetz ihm nach! (die Red.)